Häufig gestellte Fragen

Was bewirkt ein freier Internet Zugang vor Ort?

  • Durch den Zugang ermöglichen wir den Menschen die soziale und gesellschaftliche Teilhabe.
  • Der Zugang ermöglicht die Wahrnehmung von Bildungsangeboten.
  • Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Verwaltung muss der Zugang zu entsprechenden Onlineangeboten gewährleistet sein.
  • Es gibt weniger soziale Spannungen.

Warum überhaupt Internetzugänge in Unterkünften?

Der Zugang zum Internet ist Menschenrecht.

Wie so oft in den Medien transportiert, haben gerade Geflüchtete einen Bedarf nach Internetzugang mit eigenen Mobiltelefonen. Da diese Geflüchteten jedoch aufgrund der Regeln deutscher Mobilfunkprovider keine eigenen SIM-Karten kaufen dürfen, sind sie von der Kommunikation ausgeschlossen.

Es zeigt sich zudem, dass die vom Staat verordnete Untätigkeit in den Unterkünften (ggf. Beschäftigungsverbot, abgelegene Orte, keine Arbeitsmöglichkeiten, etc.) bei den Bewohnern Unzufriedenheit und damit einhergehende Spannungen verursacht. Es zeigt sich auch in Studien, dass in Unterkünften, in denen Internetzugänge existieren, weitaus weniger Spannungen auftreten und eine Integration eher möglich gemacht werden kann.

Um dieser Situation entgegenzuwirken, sollten diese Unterkünfte Internet erhalten.

Wie schaffe ich den Anschluss zum Internet?

Wenn ein lokaler Internetanschluss vorhanden ist, können folgende Internetseiten zur Ermittlung der Geschwindigkeit des Internet-Anschlusses herangezogen werden:

Wenn kein Internetanschluss vorhanden ist, kann der Breitband-Atlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur herangezogen werden, um mögliche Provider und deren Geschwindigkeiten zu ermitteln. Hier braucht man einzig den gewünschten Ort auszuwählen und kann per Klick auf die Kacheln feststellen, welche Provider dort Dienste anbieten.

Zeit- oder raumbeschränkte Internetzugänge?

Es ist generell keine gute Idee, eine zeitliche oder räumliche Beschränkung von Internet-Zugängen in Unterkünften zu etablieren oder etablieren zu lassen.

Die zeitliche Beschränkung ist vor allem für die unmittelbare Kommunikation der Bewohner mit Personen in einer anderen Zeitzone sehr störend. Zudem wird die zeitliche Beschränkung viel eher zu einer Überlastung des Internetzugangs in der unbeschränkten Zeit führen, da die natürliche Streuung der Nutzung verhindert wird.

Eine räumliche Beschränkung führt dazu, dass sich die Nutzer des Internetzugangs an einem Ort konzentrieren müssen. Besser ist es, in der gesamten Unterkunft (bzw. in weiten Teilen) den Internetzugang per WLAN bereitzustellen. Dies hilft, die Privatsphäre der Nutzer bei Telefonaten oder Videoanrufen zu wahren. Die Konzentration auf zu wenige Orten führt zu einer Verteilungs-Problematik, die dann wieder mit weiteren Regeln für die Nutzer einhergeht (=zeitliche Befristung) und damit Spannungen verursachen kann. Vor allem bei räumlich beschränkten Internetzugängen (z. B. Internet-Café) müssen dann faire Regeln aufgestellt und durchgesetzt werden.

Was ist ein MESH-Netzwerk und wieso ist das interessant?

Ein Mesh-Netzwerk ist ein spezieller WLAN-Aufbau, in dem Accesspoints kabellos und netzwerkseitig weitgehend selbstorganisierend ein Funknetz aufbauen.

meshnetworksDies ist vor allem in Bereichen sinnvoll, in dene keine Kabelverbindungen bestehen und auch nicht oder nur sehr aufwendig nachgerüstet werden können. In vielen Unterkünften ist es nicht möglich, Netzwerkkabel an die richtigen Stellen zu ziehen, daher ist eine Vernetzung per Funk eine sehr komfortabler Alternative.

Es werden lediglich spezielle Freifunk-Firmwares auf den Accesspoints und natürlich ein Strom-Anschluss in der Nähe der Accesspoints benötigt.

Router flashen? Wiewaswower?

Die Anleitungen auf den lokalen Freifunk-Seiten geben viel Aufschluss über die technischen Fragen rund um Freifunk (Router flashen, Inbetriebnahme der Geräte, Betrieb von Freifunk-Routern, Auswahl der Hardware).

Die Mitglieder der Freifunk-Community helfen bei vielen Themen gern in einer „Anschub“-Anleitung. Nutz das Kontaktformular oder such Dir eine Community unter community.freifunk.net und frage dort um konkrete Hilfe.

Die Störerhaftung wurde laut Bundesregierung abgeschafft. Wie verhalte ich mich, wenn die Einrichtung trotzdem eine Abmahnung erhalten sollte?

Der Förderverein freie Netzwerke und der Chaos Computer Club stellten am 23.08.2016 den Abmahnbeantworter vor. Jeder, der beim Teilen seines Internetanschlusses Ziel einer unberechtigten Abmahnung geworden ist, kann sich damit auf einfachem Weg zur Wehr setzen.

Wir bieten mit abmahnbeantworter.ccc.de eine Website an, die dabei hilft, dem unberechtigten Abmahnwesen einen Strich durch die profitable Rechnung zu machen. Freifunkerinnen, Betreiber von Flüchtlingsunterkünften oder sozialen Einrichtungen waren in der Vergangenheit Leidtragende von unberechtigten Abmahnungen, die das Anbieten von Infrastruktur für freie und offene Netze erschweren. Dagegen wollen und sollten wir uns wehren.

Weitere Details unter http://freifunkstattangst.de/2016/08/23/hilfe-bei-abmahnungen-selbstverteidigungshilfe-gegen-unberechtigte-abmahnungen/

Überzeugende Materialien für Freifunk-Vorhaben?

Auf der übergreifenden Webseite der Freifunk-Communities stehen Informationen bereit, die über die generellen Ziele von Freifunk aufklären. Desweiteren gibt es Aktuelles und auch Vorstellungen von bestehenden Freifunk-Standorten.

Die Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB) hat eine Service-Broschüre „WLAN für alle – Freie Funknetze in der Praxis“ aufgelegt. Diese Broschüre erklärt die rechtlichen Rahmenbedingungen und weitere häufig gestellte Fragen rund um freie Funknetze, unter anderem im Bezug auf Freifunk.

Welche Rahmenbedingungen können Träger von Einrichtungen schaffen?

  1. Sie können den Abbau von bürokratischen Hürden voran treiben und vertrauenswürdige Ansprechpartner bereitstellen, um den Kampf mit dem Verwaltungsdschungel für Engagierte besser und schneller bewältigbar zu machen.
  2. Sie können auch die politischen Forderungen von Freikunk unterstützen:
    1. Die Förderung von Maßnahmen zur Vernetzung der Helfer-Gruppen untereinander und mit der Verwaltung, Maßnahmen zur Aufklärung der Betreiber und Nachbarn, sowie die Bereitstellung von Sachmitteln im Bereich des digitalen Ehrenamtes sind notwendig. Es sollte eine besondere finanzielle Förderung von Initiativen geben, die Geflüchtete aktiv einbinden, indem sie auch Arbeitsplätze und somit Perspektiven für diese schaffen.
    2. Die Anerkennung des digitalen Ehrenamtes mittels entsprechender Auszeichnungen steht an, um das öffentliche Bewusstsein für dieses wichtige zivilgesellschaftliche Engagement zu stärken.
    3. Außerdem muss die Verlängerung der „Steuerlichen Maßnahmen zur Förderung der Hilfe für Flüchtlinge“ über 2016 hinaus dringend beschlossen werden.